Growth Mindset - die Angst vor MINT-Themen wird vererbt

 

 

Die Angst vor MINT wird von den Eltern an ihre Kinder “vererbt”. Ich meine das im bildlichen Sinne. Häufig fallen in der Familie Sätze wie: “Ich war auch nie gut in Mathe” oder “Du warst doch schon immer besser in Sprachen, wieso willst du jetzt plötzlich Physik machen?”. 

 

Solche Sätze sind der Todesstoß für das Selbstbewusstsein und das Interesse des Kindes. Wenn die Eltern schon nicht gut in Mathe waren, dann wird man es ja wahrscheinlich auch nicht sein und dann braucht man sich auch nicht anzustrengen. Hier leben die Eltern ihren eigenen Kindern ein so genanntes Fixed Mindset

 

Aktuelle Forschungsergebnisse belegen, dass es die gesellschaftliche Sicht auf Mädchen ist, die Mädchen schlechter in Mathe abschneiden lässt. Link zum Beitrag

 

Wir müssen das negative Bild von MINT-Themen, insbesondere Mathematik, komplett auf den Kopf stellen. Das Fixed Mindset muss zu einem Growth Mindset werden.

 

MINT-Themen sind spannend, sie sind wichtig für unsere Zukunft. Gemeinsam können wir wachsen, lernen und MINT-Themen verstehen.   

 

Das Fundament der oberen Botschaft ist das s.g. “Growth Mindset”, welches von der amerikanischen Psychologin und Professorin an der Stanford University Carol Dweck erforscht wurde. Die Kernaussage des Growth Mindset besteht darin, dass “alles schwer ist, bevor es leicht wird”. Dem Growth Mindset steht dem s.g. Fixed Mindset gegenüber. 

 

Folgende Aussagen charakterisieren die beiden Typen:

 

Growth Mindset

  • Ich kann es noch nicht
  • Übung macht den Meister
  • Nächstes Mal wird es besser

 

Fixed Mindset

  • Ich kann das nicht
  • Mathe konnte ich noch nie
  • Wenn ich frustriert bin, geben ich auf

 

Ein Kind mit einem Growth Mindset kann: 

  • besser mit Rückschlägen umgehen, 
  • besser aus Fehlern lernen, 
  • sich besser selbst motivieren und 
  • ist resilient gegenüber Veränderungen. 

 

Wie kann ich das Growth Mindset von mir und meinem Kind fördern? 

  • Bewusstwerden der eigenen Einstellungen und Glaubenssätze: Was glaube ich von mir und was denkt das Kind von sich? 
  • Dem Kind lösbare Aufgaben im Haushalt geben. Das Kind muss das Gefühl bekommen, gebraucht zu werden.
  • Aufgaben vorstrukturieren. Diese Strategie nennt man auch Scaffolding. Bei einer komplizierten oder langen Aufgabe strukturiert man den Prozess vor. Man baut für sich oder das Kind ein Hilfsgerüst. Das können kleine Hilfen sein, das Bereitstellen von Werkzeugen, oder auch das Setzen von Zwischenzielen und Pausenzeiten.
  • Sprache bewirkt Wunder. Auf die eigene Sprache und die Sprache des Kindes achten. Aus Sätzen wie “Ich kann das nicht”, “Ich kann das noch nicht” machen.
  • Der Weg ist das Ziel. Ihre Wertschätzung zu sich selber und ihrem Kind, sollte sich nicht auf die Note oder das Produkt von etwas konzentrieren. Konzentrieren Sie sich bei Ihrer Wertschätzung auf den Lernprozess oder den Arbeitsprozess: “Ich bin stolz auf dich, wie du dich angestrengt hast” oder “Du hast dir viel Mühe gegeben, das war super”.
  • Positive Fehlerkultur zu Hause: Fehler sind da, um daraus zu lernen. Nächstes Mal machen wir es anders. Fehler sind entscheidend für den Lernprozess.
  • Anstelle zu fragen "Wie war heute dein Tag?", die Fragen stellen "Was hast du heute neues gelernt, im Unterricht, beim Spielen oder mit deinen Freunden?" und "Hast du heute jemandem dabei geholfen, etwas zu verstehen?". 

Siehe auch den Beitrag "Kinder motivieren".

Foto: Devin H, Unplash

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