Kinder motivieren
"Für jede Note 1 bekommst du 5 €."
Immer wieder wird in Familien und unter Freunden die Diskussion über die Belohnung einer guten Note oder eines guten Zeugnisses des Kindes mit Geld oder Geschenken geführt.
Wenn das Kind Geld oder Geschenke für eine Leistung, wie eine Note oder das Rausbringen von Müll, erhält, spricht man von externer Motivation.
Das Problem: Externe Motivation hält nicht lange, sie lenkt den Fokus von der Aufgabe und dem eigentlichen Ziel ab. Der Sinn ist nicht mehr, die Aufgabe zu erledigen, sondern die externe Motivation zu erreichen. Was passiert, wenn die externe Motivation weg ist? Es gibt so viele verschiedene Argumente gegen externe Motivation.
Aber wie motiviere ich nun eigentlich mein Kind zu Lernen, Hausaufgagben zu erledigen oder auch unliebsame Haushaltsaufgaben zu erfüllen?
Eine der Hauptmethoden sollte sein, dem Kind Strategien beizubringen, seine eigene Motivation zu steigern - die interne Motivation. Denn Selbstmotivation, Selbstführung ist eine entscheidende Kompetenz für Kinder und Erwachsene.
Welche Strategien sind für Kinder nützlich?
- Ich werde mir bewusst, wieso diese Aufgabe erledigt werden muss. Was ist der Sinn dieser Aufgabe?
- Ich stelle mir vor, wie ich mich fühle, wenn die Aufgabe erledigt ist. Ich erledige Aufgaben für mein “Zukunfts-Ich”.
- Ich entwickle eine Strategie, wie ich die Aufgabe lösen kann und teile meine Strategie mit meiner Familie.
- Ich erstelle mir einen Wochenplan und teile ihn mit meiner Familie.
- Ich zerlege die große Aufgabe in kleine Unteraufgaben und setze mir Zwischenziele.
- Ich arbeite 15 Minuten an der Aufgabe, danach mache ich 5 Minuten Pause und arbeite danach wieder 15 Minuten an der Aufgabe.
- Ich lege mir alle Materialien, die ich für die Aufgabe brauche, zurecht, damit die Aufgabe mir dann leichter fällt.
- Ich spreche laut aus “1,2,3 und los” und lege dann mit der Aufgabe los.
- Ich höre mir mein Lieblingslied an, das mich immer motiviert. Springe dabei herum und fange danach mit der Aufgabe an.
- Bei vielen Aufgaben fange ich mit der an, die mir am leichtesten fällt.
Welche Rolle übernehmen dabei die Eltern:
- Die Eltern sollten selbstverständlich mit gutem Beispiel vorangehen.
- Sie sollten die unterschiedlichen Strategien vorleben.
- Das Kind loben, wenn es schafft, sich selbst zu motivieren.
- Den Prozess der Arbeit und nicht das Produkt loben.
- Die unterstützende Funktion des Kindes im Familiengefüge wertschätzen (dem Kind das Gefühl geben, dass es etwas kann und dass es wichtig ist).
- Eine positive Fehlerkultur vorleben. Den Fokus auf die richtigen Punkte lenken und nicht auf die Fehler (siehe auch Beitrag zum Growth Mindset).

Foto: Igor Starkov, Unplash